Geschäftsreisende in der Kurzzeitvermietung: Was du als Gastgeber jetzt ändern könntest
Stell dir vor, deine nächste Anfrage kommt nicht von einer Familie für den Sommerurlaub, sondern von jemandem, der drei Nächte für ein Projekt in deiner Stadt bleibt. Keine Strandtasche, kein Reiseführer – sondern Laptop, Ladegerät und die stille Erwartung, dass einfach alles funktioniert. Genau diese Art von Anfrage könnte bald häufiger werden. Und das ist kein Zufall.
Denn im Hintergrund bewegt sich etwas: Airbnb-Unterkünfte sind inzwischen direkt über Amex Travel buchbar – über eine Million Angebote wurden dort aufgenommen. Dazu kommt eine Kooperation rund um Airbnb for Business im geschäftlichen Reisesegment. Das passiert allerdings vor allem in den USA. Ob dieser Trend auch bei uns ankommt – und in welchem Ausmaß –, ist offen. Aber die Richtung ist spannend genug, um sich das jetzt einmal genauer anzusehen. Denn falls er kommt, bist du mit ein paar kleinen Vorbereitungen klar im Vorteil.
Warum plötzlich mehr Geschäftsreisende?
Geschäftsreisende haben lange fast automatisch im Hotel gebucht – schon allein, weil es in Firmenrichtlinien und Buchungssystemen so vorgesehen war. Genau das ändert sich gerade. Wenn eine Unterkunft über die gleichen Kanäle buchbar ist, über die Unternehmen ohnehin ihre Reisen organisieren, fällt eine große Hürde weg.
Der Trend kommt, wie so oft, aus den USA und wird durch die Zusammenarbeit zweier großer Marken zusätzlich beschleunigt. Ob er sich im gleichen Tempo auch bei uns durchsetzt, wird sich zeigen – aber die Richtung ist eindeutig. Und erfahrungsgemäß sind die Gastgeber im Vorteil, die nicht warten, bis der Trend vor der eigenen Haustür steht, sondern sich vorbereiten, solange es noch entspannt geht.
Geschäftsreisende vergleichen mit dem Hotel – nicht mit dem Urlaub
Das ist der wichtigste Perspektivwechsel. Ein Urlaubsgast verzeiht eine Kleinigkeit, weil er im Kopf im Ferienmodus ist. Ein Business-Gast tut das seltener. Er misst deine Unterkunft am Hotel – und beim Hotel zählt für ihn vor allem eines: dass alles reibungslos funktioniert.
Geschäftsreisende suchen kein Abenteuer. Sie suchen einen Ort, an dem nach einem langen Arbeitstag einfach nichts im Weg steht.
Das klingt nüchtern, ist aber eine gute Nachricht. Denn „reibungslos" ist planbar. Du musst keine Luxus-Suite bieten – du musst dafür sorgen, dass die paar Dinge, die ein arbeitender Gast wirklich braucht, zuverlässig da sind.
Die drei Dinge, auf die es wirklich ankommt
Wenn du nur an drei Stellschrauben drehst, dann an diesen:
Schnelles, stabiles WLAN. Für Business-Gäste ist das keine Nettigkeit, sondern die Grundvoraussetzung. Es muss stabil und schnell genug für Videocalls sein – nichts frustriert mehr als eine abbrechende Verbindung mitten im Meeting.
Einfacher Self-Check-in. Wer nach einem vollen Tag ankommt, will nicht auf eine Schlüsselübergabe warten oder sich abstimmen müssen. Ein reibungsloser Check-in ohne Umwege ist Gold wert – gerade bei später oder unregelmäßiger Ankunft.
Ein echter Arbeitsplatz. Ein Schreibtisch mit einem vernünftigen Stuhl. Nicht der Küchentisch, nicht das Sofa. Ein Ort, an dem man ein paar Stunden konzentriert arbeiten kann, macht aus „ganz nett" ein „genau richtig".
Das Schöne daran: Keine dieser drei Sachen ist ein großes Investment. Aber zusammen entscheiden sie darüber, ob ein Geschäftsreisender wiederkommt – und dich im Unternehmen weiterempfiehlt.
So bereitest du dein Inserat gezielt vor
Du musst dich nicht zwischen Urlaubs- und Business-Gästen entscheiden. Du kannst dich zusätzlich zu deinen normalen Ferienbuchungen gezielt für diese Zielgruppe öffnen. Drei konkrete Schritte:
Im Inserat hervorheben. Nenne WLAN, Self-Check-in und Schreibtisch aktiv – im Titel, in der Beschreibung und in der Ausstattungsliste. Wer nach einer Unterkunft zum Arbeiten sucht, filtert und liest genau danach.
In den Fotos zeigen. Ein Foto sagt mehr als ein Haken in der Ausstattungsliste. Zeig den Arbeitsplatz und die relevante Ausstattung sichtbar – so erkennt ein Business-Gast auf den ersten Blick, dass er bei dir richtig ist.
Den Check-in klar erklären. Eine verständliche Anleitung sorgt dafür, dass alles ohne Rückfragen klappt. Genau diese Reibungslosigkeit erwartet dein Gast – und genau sie entscheidet oft über die Bewertung.
Früh dran sein lohnt sich
Das ist der eigentliche Punkt. Trends dieser Art kommen nicht über Nacht, aber sie kommen. Und wenn sie da sind, konkurrierst du plötzlich mit vielen anderen, die dasselbe erkannt haben. Wer sein Inserat jetzt vorbereitet, während die meisten noch abwarten, ist bereit, sobald sich der Trend auch im eigenen Markt zeigt.
Die gute Nachricht zum Schluss: Das meiste davon macht deine Unterkunft nicht nur für Business-Gäste besser, sondern für alle. Stabiles WLAN, ein unkomplizierter Check-in und ein durchdachter Raum – davon profitiert auch die Familie im Sommerurlaub. Du baust also nichts auf, das du später wieder zurückdrehen musst. Du machst deine Unterkunft einfach ein Stück professioneller. Und das zahlt sich immer aus – ganz gleich, wer als Nächstes vor deiner Tür steht.